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Krawalle Bei HSV-Abstieg – Wir Sind Hamburger: Und ihr Nicht!

HSV Abwärtbewegung

Aus der Fassungslosigkeit der anderen 56.500 Menschen im Stadion wurde relativ schnell ein beeindruckender Protest. Im Volksparkstadion in Hamburg brennen vor dem Abpfiff Feuerwerkskörper auf der Tribüne. Als sich binnen Sekunden reihenweise schwerbewaffnete Polizisten, dazu eine Hunde- und sogar eine Reiterstaffel aufm Feld versammelt hatten, um einen Platzsturm zu verhindern, wurden die Pfiffe der Tribünengäste immer lauter – und die richteten sich gegen die eigenen Ultras. Mehrheit der Hamburger, die zuvor auch bis zur 90. Minute ihr Team supportet hatte. Die Ultras ließen sich zunächst nicht beeindrucken, feuerten weiter Pyros reichlich viele, enthüllten eine schwarze Flagge mit Friedhofsambiente, einer rannte sogar mit einem Trauerkranz mit weißen Rosen Richtung Rasen – wurde aber gestoppt. Die Fans rechts und links des schwarz verhüllten Blocks setzten noch einen drauf: „Holt sie raus! Holt sie raus!“, hallte es gen der Polizei – eine kollektive Aufforderung nahezu Ordnungskräfte, das schlimme Szenario zügig zu beenden. Die große Mehrheit in diesem Stadion wollte ihre Traurigkeit friedlich ausleben und sich diese Momente nicht von den rund 500 Selbstdarstellern zerstören lassen. Nach gut einer Viertelstunde hatten die Ultras offenbar verstanden – oder sie sahen ihre Mission als erfüllt an. Sie verließen die Tribüne, trollten sich gen Parkplätze, wo sie sofort wieder von den Einsatzkräften empfangen wurden – den Rasen gaben diese dann so langsam wieder zu haben. Brych holte daraufhin beide Teams aus den Kabinen zurück und erklärte den Spielern, wie er sich das ende dieser Partie vorstellte: möglichst zügig. Der Schiedsrichter musste aber noch rund zehn Polizisten bitten, die Torlinie zu verlassen, was dem bizarren Szenario die Krone aufsetzte. Als das erfolgt war, gab Brych einen Schiedsrichterball, den Julian Pollersbeck quer über das Feld zu Sommer beförderte – dann folgte der Abpfiff. Es gab sogar noch eine Art „Ehrenrunde“, möglicherweise war es aber auch ein kollektiver Entschuldigungsmarsch aller Hamburger Spieler. Viele Fans klatschten und jubelten und hielten wieder die Plakate hoch, die sie zeitig auf ihren Plätzen liegen hatten: Vorne die HSV-Raute, hinter der Satz: „Supporte, was du liebst“.

Schon nach dem Unentschieden gegen Frankreich war klar, dass Deutschland bei der Hauptrunde der Handball-WM noch dabei ist. Seit Donnerstagabend (17.01.19) steht nun auch klar, mit wie vielen Punkten es weitergeht, wann gespielt wird und nun gar gegen wen. In der Hauptrunde wird nicht bei Null gestartet, sondern jedes Team nimmt exakt die Anzahl an Punkten mit, die man aus den Partien gegen die beiden anderen qualifzierten Teams geholt hat. Dank des Erfolges von Brasilien gegen Korea sind das für Deutschland drei Punkte. Denn neben dem DHB-Team sind auch Frankreich (drei Punkte) und Brasilien (null Punkte) qualifziert. Genauso verhält es sich beim Torverhältnis. Hier werden genau die Tore und Gegentore mitgenommen, die es in den direkten Duellen gegen Frankreich und Brasilien gab. Im Folgenden heißt das: Deutschland startet die Hauptrunde mit einem um elf Treffer besseren Torverhältnis als die Franzosen. In der Hauptrunde trifft die DHB-Auswahl auf die drei qualifzierten Teams aus Gruppe B. Das sind Island (Samstag, 20.30 Uhr), Ex-Weltmeister Kroatien (Montag, 20.30 Uhr) und Europameister Spanien (Mittwoch, 20.30 Uhr).

Im gesamten Bundesland kam es am morgen zeitweise zu unverhältnismäßig 200 Kilometern Stau. Ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei NRW bezeichnete die Zahl für Staus an einem Mittwoch zwar als relativ hoch. Sie sei aber auch nicht außergewöhnlich hoch. Von Warnstreiks betroffen war auch Baden-Württemberg. In Esslingen bei Stuttgart ruhte morgens der Nahverkehr, sowie in Heidenheim und Sachsenheim, wie die Gewerkschaft berichtete. In Stuttgart wurden etliche Kitas bestreikt. Schon gestern hatten sich laut ver.di bundesweit rund 35.000 Menschen an den Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt. In Dortmund, Bochum, Essen, Wuppertal, Recklinghausen und Duisburg kam der öffentliche Personennahverkehr demnach zum Erliegen. Neben Nordrhein-Westfalen waren Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern Schwerpunkte. Inzwischen haben auch andere Gewerkschaften ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa forderte Erzieher et alia sozialpädagogische Fachkräfte für morgen zur Arbeitsniederlegung auf. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt kündigte Warnstreiks für den selben Tag an. Hintergrund der Warnstreiks von ver.di sind die stockenden Tarifverhandlungen zwischen Bund und Kommunen. Ver.di fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro zusätzlich pro Monat. Die nächste Tarifverhandlung ist für Mitte April in Potsdam terminiert. Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. März 2018 um 10:00 Uhr.

Island ist dabei wohl der leichteste Gegner. Kroatien, Weltmeister von 2003, war zuletzt nur erweiterte Weltspitze, ist aber immer gefährlich – das zeigt ihr Erfolg im letzten Vorrunden-Spiel gegen Spanien. Gegen Spanien tritt Deutschland dann zum Abschluss der Hauptrunde an. Das gehört, trotz der Pleite gegen Kroatien, zu den Top-Favoriten im Turnier. Für Frankreich und Brasilien stehen die gleichen Duelle an, allerdings in anderer Reihenfolge. Nach den drei Spieltagen wird eine Tabelle aus diesen sechs Teams erstellt. Die beiden bestplatzierten qualifzieren sich fürs Halbfinale in Hamburg. Alle anderen nehmen an den Platzierungsspielen teil. In der anderen Hauptrunden-Gruppe, die im dänischen Herning die Spiele austrägt, kämpfen Dänemark, Schweden (je vier Punkte), Norwegen (zwei Punkte), Ägypten, Ungarn (je ein Punkt) und Tunesien (null Punkte) um zwei Halbfinal-Tickets. Es bleibt beim Zwei-Tages-Rhytmus. Weil schon am Samstagabend Island wartet, bleibt also nicht viel Vorbereitung für das erste Hauptrunden-Spiel. Am Freitagmorgen (9.30 Uhr) findet noch in Berlin die DHB-Pressekonferenz (im sportschau.de-Livestream) statt, ehe der Tross der Nationalmannschaft nach Köln reist. Dort ist eine Willkommensfeier geplant, bei der u.a. die Band „Die Höhner“ auftreten. Sollte die DHB-Auswahl nach den drei Hauptrunden-Spielen in Köln das Halbfinale erreichen, ginge es am Donnerstag nach Hamburg, wo am Freitag (25.01.19) und Samstag die Halbfinals ausgetragen werden. Das Finale ist dann am Sonntag (27.01.19) im dänischen Herning. Noch ist unklar, wie schwer die Verletzung von Steffen Weinhold wiegt. Kai Häfner weilt seit Mittwoch beim Team und saß im Spiel gegen Serbien bei seinen Mannschaftskollegen – ohne aber im Kader blockiert. Ob Bundestrainer Christian Prokop den 29-Jährigen offiziell nachnominiert, hängt von Weinholds Verfassung ab. Nochmal mit einem 15-Mann-Kader antreten wird Prokop aber wohl kaum. Ansonsten sind keine neuen Verletzungen aus dem letzten Vorrunden-Spiel bekannt. Hingegen: Wichtige Spieler wie Kapitän Uwe Gensheimer, Torhüter Andreas Wolff und Kreisläufer Patrick Wiencek konnten sich etwas schonen.

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