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Guide Michelin Deutschland 2019 – Bitte kein gespreiztes Gehabe!

Giudo Michelin

Der Michelin-Führer adelte das vegetarische Restaurant vor rund einem Jahr erstmals mit einem Stern – und tut es auch in der aktuellen Deutschland-Ausgabe der Gastro-Bibel. Ein Vier-Gänge-Menü ist dort für 59 Euro vergleichsweise günstig. 37-jährige Spitzenkoch. Das Publikum sei mit „35 plus“ recht jung. Stephan Hentschel ist in der komfortablen Lage, reichlich ausländische Gäste zu bewirten: „Zu uns nach Berlin kommen viele Food-Touristen“, erzählt er. Sie hätten eine Restaurantliste, die sie durchprobierten. Allerdings hat das lockere Ambiente für ihn auch Grenzen. Ein Beispiel für eine fast bistroartige Atmosphäre bietet das deutlich teurere Restaurant Ernst – mit einem Stern ein Neuzugang Heuer. Es liegt in einer eher unansehnlichen Ecke des Berliner Stadtteils Wedding. Zwölf Gäste finden auf Barhockern Platz. Sie werden an einem Tresen aus der offenen Küche vom Kochteam um den Kanadier Dylan Watson-Brawn bedient. Ungefähr 25 winzige Gänge – dabei viel puristisch angerichtetes Saisongemüse – kommen für 185 Euro auf die Teller. Watson-Brawn, 25 Jahre alt und seit rund zehn Jahren in Küchen tätig, hat auch schon in Japan am Herd gestanden. Obwohl er asiatische Techniken mit regionalen Produkten mixt, gilt sein Stil als klar und fokussiert. Weil er auf wenige Elemente setzt.

Greuther Fürth hat in der 2. Fußball-Bundesliga zwar seine Talfahrt gebremst, bei Abstiegskandidat SV Sandhausen aber einen befreienden Sieg verpasst. Die Fürther kamen zum Auftakt des letzten Spieltags im jahr 2018 vor 4.478 Zuschauern in Sandhausen nicht über ein 0:0 hinaus und blieben zum vierten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. Die seit neun Spielen sieglosen Sandhäuser kletterten zumindest bis Samstag auf Platz 15 – doch das Remis hilft auch dem SVS mäßig. Fürth, das zuletzt drei Niederlagen mit 0:11 Toren kassiert hatte, begann am Freitag (21.12.2018) zwar engagiert und setzte bereits in der dritten Minuten mit einem Pfostentreffer von Fabian Reese Rundfunkanstalt Ausrufezeichen. Danach zogen sich die Franken allerdings zu häufig zurück und verlegten sich auf Konter, Sandhausen hatte ein Plus an Chancen, zwingend war davon aber kaum eine. In der zweiten Halbzeit lieferten sich beide Mannschaften eine zunehmend zerfahrene Auseinandersetzung ohne Höhepunkte und nennenswerte Torchancen, auffallend Kampf hatten die Kontrahenten nicht zu bieten. Kurz vor Schluss wurde Fürths Trainer Damir Buric von Schiedsrichter Frank Willenborg noch auf die Tribüne geschickt, weil er sich zuvor lautstark beim Unparteiischen beschwert hatte. Fürth benötigt am ersten Spieltag im neuen Jahr gegen Tabellenschlusslicht Ingolstadt (29.01.2019) dringend einen Brustlöser, mehr oder weniger Rückrunde mit neuem Schwung angehen zu können.

Die U-Bahn ist blitzsauber – und wer die Rushhour meidet, bekommt einen Drink spendiert. Autofahren hingegen ist in Singapur extrem teuer – und das ist so gewollt. In Hamburg, Berlin oder Köln kann man sich nur schlecht vorstellen, dass ein Bürgermeister für die kommenden drei Jahre jede Neuzulassung von Autos verbietet. Vermutlich käme es einem politischem Selbstmord gleich. In Singapur ist so etwas für einen Amtsträger ohne großartig unkontrollierte Entwicklung möglich. Es gab nicht einmal Proteste, als die Regierung des Stadtstaates vor gut einem Jahr einen entsprechenden Zulassungsstopp verkündete. Nur wenn ein altes fahrzeug stillgelegt wird, darf in Singapur ein neues Auto angemeldet werden. Die Menschen in der Stadt sind mit gemischten Gefühlen. Der Nahverkehr in Singapur dagegen ist ein Traum. Die U-Bahnhöfe unterbringen Marmor, Glas und Edelstahl. Sie sind so sauber wie andernorts Operationssäle. Außerdem sind die öffentlichen Verkehrsmittel preiswert. Und Verspätungen meldet die Zeitung „Singapore Straight Times“ tags darauf auf der Titelseite, so selten kommen sie vor. Blitzsauber und günstig: Die U-Bahn in Singapur ist das Rückgrat des städtischen Verkehrs.

Auffallend ist, dass Nadim selbst äußert, er käme aus Mossul. Skynews veröffentlichte Mitte Dezember 2016, also kurz nach Relotius Reise, ein kurzes Interview dabei Jungen. Es deckt sich in großen Teilen nicht mit den Angaben und Schilderungen von Relotius. Relotius schreibt u. a., dass der Junge im Dschamdschamal-Gefängnis sitzt. Dieses Gefängnis gibt es. Ein Gutachten des amerikanischen Sonderinspektors für den Wiederaufbau des Irak aus dem Jahr 2009 bietet umfangreiche Informationen zur Ausstattung der Anlage und den unterschiedlichen Zellen. Die Details und Bilder, exemplarisch zur Größe und Beleuchtung der Zelle, decken sich in großen Teilen nicht mit Relotius Beschreibung des Gefängnisses. Daher liegt die Vermutung nahe, dass der Junge damals in einer anderen Strafvollzugsanstalt – laut Skynews unzertrennlich Jugendgefängnis – saß, und Relotius ihn, wenn er ihn tatsächlich gesprochen hat, nicht im Dschamdschamal getroffen hat. Der Arzt konnte bislang nicht identifiziert werden. Ein Beispiel für einen Faktenfehler ist es, dass Nadim eine Sprengweste mit 9,5 Kilo Dynamit getragen hätte. Es handelte sich allerdings um einen Sprengstoffgürtel mit 2 Kilo TNT. Nicht plausibel ist, dass Relotius den Jungen in seiner Gefängniskluft und Handschellen in seiner Zelle getroffen hat.

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